ÖH Uni Graz ÖH Uni Graz

Startseite » Veranstaltungsbericht “Working (class) students?”

Veranstaltungsbericht “Working (class) students?”

Bei der Podiumsdiskussion “Working (class) students?” des Arbeitsreferat ÖH Uni Graz am vergangenen Mittwoch, nutzten die Vertreter_innen der Organisationen ÖH, WKO, GPA, AK und Unibrennt die Gelegenheit, Studierenden ihre verschiedensten Services und Ansichten darzulegen und es gab auch praktisch Nützliches zu erfahren, wie z. B.: worauf muss bei “neuen selbstständigen” Beschäftigungsverhältnissen besonders geachtet werden, oder was genau das “Gütesiegel Praktikum” eigentlich bringt. Die beiden studentischen Vertreter_innen am Podium, Cathi Vlay vom ÖH Vorsitz-Team und Talia Cansiz von Unibrennt, hoben besonders die gesundheitlichen Auswirkungen durch den zunehmenden ökonomischen Druck und der Doppelbelastung, denen Studierende ausgesetzt sind, hervor. Mag.a Christine Belec berichtete, dass bei der von ihr durchgeführten AK-Studierenden-Beratung auf der ÖH, die häufigsten Probleme Zuverdienstgrenzen oder fehlende Versicherungen bei prekären Beschäftigungsverhältnissen sind. Mag. Helmuth Röck von der WKO appellierte an die Universität für mehr Flexibilität zu sorgen, damit Studierende die Arbeit besser mit dem Studium vereinbaren können und lobte die FH mit berufsbegleitenden Studien hier als Vorzeigebeispiel. Auch bessere Infrastruktur und mehr Studierende in der Industrie wurden von ihm gefordert. Hier wurde von seitens der ÖH und Unibrennt entgegengehalten, dass ein Studium bereits ein Fulltimejob ist und Studierende nicht für wirtschaftlich gut verwertbare Bereiche lediglich “ausgebildet” werden sollten. Die ÖH forderte auch auch ein Grundstipendium, dass Studierende gänzlich von der ökonomischen Last befreien soll. Christian Jammerbund von der GPA-djp appellierte an potenzielle Mitglieder, deren hohe Anzahl die Kampfkraft der Gewerkschaft stärken solle und fordert eine allgemeine Umverteilung von oben nach unten, als Beispiel verweist er hier auf die Lohnsteuerkampagne der GPA-djp und AK und dass jetzt Druck auf die Regierung ausgeübt werden müsse. AK-Belec forderte mitunter strengere Kontrollen durch das Arbeitsinspektorat.
Talia Cansiz forderte letztlich insgesamt mehr Solidarität und Gemeinsamkeit, um letztlich von unten den Druck auf die Regierung zu erhöhen und formulierte als Endziel Gratisbildung für alle.
Das heterogene Publikum konfrontierte das Podium mit scharfsinnigen, politischen und arbeitsrechtlichen Statements und nicht nur das österreichische Bildungssystem, sondern auch die Sozialpartnerschaft an und für sich und ihre beiden Vertreter musste scharfe Kritik einstecken. Auf die Frage mit wem gemeinsam Verbesserung erkämpft werden können, wurde von niemandem fast niemand ausgeschlossen. Einig waren sich alle, dass die Regierung der Adressat für politische Forderungen sein muss und gemeinsam Druck von unten aufgebaut werden muss.