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Beschäftigungsformen

Das ist deine Art der Beschäftigung.

Wenn Du dich entschließt neben dem Studium zu arbeiten, musst du dir zunächst im Klaren sein, welchen Vertrag du mit deinem / deiner Arbeitgeber_in abschließt. Die Bezeichnung des Vertrags ist nur nebensächlich, wichtig ist was vereinbart wurde. Hier findest du eine Übersicht über die häufigsten Beschäftigungsformen.

 

1. Echter Dienstvertrag (unselbstständige Beschäftigung)

Ein echter Dienstvertrag liegt vor, wenn du freiwillig für eine_n andere_n in persönlicher und wirtschaftlicher Abhängigkeit Arbeit verrichtest.

  • Persönliche Abhängigkeit bedeutet u.a. Weisungsgebundenheit, persönliche Arbeitspflicht, Einordnung in die betriebliche Organisationsstruktur und Unterwerfung unter die Ordnungsvorschriften des Betriebs.
  • Wirtschaftliche Abhängigkeit liegt vor, wenn die Arbeitsmittel von der Arbeitgeberin bzw. dem Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden.

Als Arbeitnehmer_in hast du Anspruch auf 5 Wochen bezahlten Urlaub (wenn du beispielsweise einen Samstagsjob hast, sind das 5 Samstage im Jahr).
In den meisten Kollektivverträgen sind auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld festgelegt. Wenn du gekündigt wirst, hast du Anspruch auf Abfertigung und Arbeitslosengeld, wenn du arbeitslosenversichert warst.

Anspruch auf Arbeitslosengeld hast du, wenn du in den letzten 24 Monaten mindestens 52 Wochen gearbeitet, wenn du jünger als 25 Jahre bist, gelten innerhalb der letzten 12 Monate 26 Wochen lang. Achtung: Bei der Abfertigung wird zwischen Abfertigung ALT und Abfertigung NEU unterschieden, Stichtag ist der 31.12.2002.

 

Dein_e Arbeitgeber_in muss dich außerdem bei der Gebietskrankenkasse (§4 (2) ASVG) anmelden. Liegt dein Verdienst über der Geringfügigkeitsgrenze (Stand 2013: 386,80) bist du voll versichert (kranken-, unfall-, pensions- und arbeitslosenversichert) . Damit bist du auch automatisch Mitglied der Arbeiterkammer (AK), zahlst via Lohnsteuer einen Pflichtbeitrag (Arbeiterkammerumlage) und hast somit vollen Anspruch auf Rechtberatung und wenn nötig auch Rechtsbeistand. Nähere Informationen findest du hier: www.arbeiterkammer.at

 

Bei geringfügiger Anstellung bist du nur unfallversichert!

Als Student_in hast du die Möglichkeit bei den Eltern mitversichert zu sein bzw. dich selbst zu versichern. Mehr dazu findest du unter Versicherungen.

Arbeitsrechtliche Schutzbestimmungen findest du im jeweiligen Kollektivvertrag. Mehr über deinen Kollektivvertrag erfährst du bei deiner Gewerkschaft. Welche Gewerkschaft für dich zuständig ist, erfährst du hier.

 

2. Freier Dienstvertrag

Er unterscheidet sich vom echten Dienstvertrag dadurch, dass du als freie_r Dienstnehmer_in an Dienstgeber_innen in folgenden Punkten geringer gebunden bist:

  • Arbeitszeit
  • Arbeitsweise
  • Disziplinäre Unterstellung

Du musst ebenfalls bei der GKK (§4 (2) ASVG) angemeldet sein und bist bis zur Geringfügigkeitsgrenze nur unfallversichert und darüber hinaus voll versichert.
Jedoch bringt ein freier Dienstvertrag einige arbeitsrechtliche Nachteile mit sich, da viele Schutzgesetze (Arbeitszeitgesetz, Urlaubsrecht, etc.) nicht gelten. Das liegt daran, dass du in so einem Beschäftigungsverhältnis keinem Kollektivvertrag unterstellt bist. Das heißt du entbehrst nicht nur viele gesetzliche Vorteile und die Sonderzahlungen (Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld), sondern hast außerdem hast du keinen Anspruch auf das kollektivvertraglich geregelte Mindestentgelt. Beratung über solch flexiblen Dienstverhältnisse findest du hier.

 

3. Selbstständige Beschäftigung – Werkvertrag

Die selbstständige Beschäftigung zeichnet sich dadurch aus, dass du

  • persönlich und wirtschaftlich unabhängig bist
  • ein bestimmtes Werk bzw. einen bestimmten Erfolg schuldest
  • dafür ein Fixhonorar bzw. ein Stundenhonorar erhältst
  • die Leistung kann auch von Dritten erbracht werden

Wichtig ist, dass beim Werkvertrag genaue Regelungen über Garantie und Gewährleistung, konkrete Beschreibungen des Werks, der Liefertermin und konkrete Regelungen was im Falle der Nichtleistung bzw. verspäteten Zahlung zu erwarten ist.

Bei einem Werkvertrag hast du keinen arbeitsrechtlichen Schutz. Du musst dich um die Sozialversicherung und die Umsatzsteuerabgabe beim Finanzamt selber kümmern!

Ein Einkommen als Neue Selbstständige müssen Sie bei der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft melden. Wenn der Gewinn aus dieser selbstständigen Tätigkeit die Gewinngrenze von EUR 5.108,40 (2017)  im Kalenderjahr nicht überschreitet, werden Sie aber nicht sozialversicherungspflichtig.

Genauere Informationen zur Gewerbeanmeldung findest du in der Gewerbeordnung (GewO).

Die zuständige Sozialversicherung für selbstständig Beschäftigte ist die SVA.

 

 

4. Volontariat

Hauptziel von Volontär_innen ist die Aneignung von praktischen Kenntnissen ohne Arbeitsverpflichtung und ohne Entgelt, daher auch ohne Dienstvertrag. Für diese Art der Tätigkeit gilt weder das arbeitsrechtliche Weisungsrecht, noch ist eine bindende Arbeitszeit vorgegeben.

 

5. Pflichtpraktikum

Ein Pflichtpraktikum soll deine theoretische Ausbildung ergänzen. In deinem Lehrplan ist vorgesehen ob eines absolviert werden muss, wie lange und mit welchen Lehrinhalten. Praktikant_innen dürfen nur für die betimmten Tätigkeiten eingesetzt werden. Es kann in Form von Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnisses absolviert werden.

 

6. Ausbildungsverhältnis

Im Vordergrund stehen die Lern- und Ausbildungszwecke und nicht die Verpflichtung zu einer Arbeitsleistung. Ausbildungsverhältnisse unterliegen nicht dem Arbeitsrecht. Um den Ausbildungszweck zu erfüllen muss die erforderliche Zeit zur Verfügung stehen.

7. Ferialjob

Abgesehen von der zeitlichen Begrenzung des Vertrages gelten für Ferialjobs die gleichen Rechte und Pflichten wie für sonstige Dienstverhältnisse.

 

 

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